Über uns

Die Erfolgsgeschichte des Unimog-Club Gaggenau e. V.

Der Unimog-Club Gaggenau e. V. ist heute eine Vereinigung von über 6.800 Mitgliedern in 34 Ländern (Stand Oktober 2018). Michael Wessel, Ehrenvorsitzender des Unimog-Club Gaggenau e. V. (UCG), erzählt die Gründungsgeschichte:

Für die Gründung des Clubs ausschlaggebend war sicher, dass ich mir 1992 auf dem Jahrestreffen des Unimog Veteranen Clubs in Bad Laer von Alfred Menke einen Unimog 2010, Baujahr 52 kaufte. Dorthin war ich eigentlich gefahren, um meinen ersten Band der Geschichten rund um den Unimog vorzustellen.

Zuhause angekommen, sprach ich dann Unimog-Besitzer an und hörte, dass sie sich „schon immer mal zu einem Stammtisch treffen wollten“. Diesen Wunsch wollte ich realisieren: An zwei Wochenenden telefonierte ich einige Stunden und hatte anschließend nach dem Schneeballsystem – jeder kannte noch ein paar weitere Unimog-Besitzer – etwa 100 Adressen im Umkreis von 25 Kilometern rund um Gaggenau gesammelt. Diese Unimog-Besitzer lud ich im März 1993 auf den Gaggenauer Jahnplatz ein – und 40 kamen mit ihrem Unimog und weitere 20 ohne. Den anwesenden Unimog-Interessierten war schnell klar: Wir gründen in Gaggenau einen Unimog-Regionalclub. Einen Regionalclub deshalb, weil es ja den Unimog Veteranen Club bereits gab und wir diesem keinesfalls Konkurrenz machen wollten.

Am 15. Mai 1993 war es dann soweit: Bei Westermann-Holzbau im benachbarten Kuppenheim trafen wir uns, um die Gründung des Clubs in die Wege zu leiten.Dabei sollte nicht der Besitz eines Unimog, sondern die Begeisterung für dieses Fahrzeug im Vordergrund stehen. Diese kann sich auch im Sammeln von Unimog-Modellen, -Aufklebern, -Werbeartikeln, -Literatur oder im Interesse für die Geschichte dieses Allroundfahrzeuges äußern.

Unter den Gründungsmitgliedern des Clubs war auch der Leiter des Geschäfts-bereichs Unimog der damaligen Daimler-Benz AG, Hans-Jürgen Wischhof, selbst stolzer Besitzer eines hervorragend restaurierten Unimog 411 und engagierter Sammler von Unimog-Modellen. Wischhof begrüßte die Initiative zur Gründung des Clubs, „denn der Unimog ist ein so begeisterungswertes Fahrzeug, dass man sich auch noch nach getaner Arbeit in der Freizeit gerne mit ihm beschäftigt“.

Manfred Florus bei einer Messevorführung, Verona 1953

Manfred Florus bei einer Messevorführung, Verona 1953

Wir Gaggenauer haben das Glück, viele Mitglieder zu haben, die den Unimog seit Jahrzehnten in- und auswendig kennen – so beispielsweise Manfred Florus. Er fing 1949 nach seiner Ausbildung zum Diplomlandwirt bei Boehringer in Göppingen als Montagearbeiter in der Unimog-Montage an und war sein ganzes Arbeitsleben – zuletzt als Leiter des Exports – für den Unimog tätig. Von Anfang an engagierte er sich als stellvertretendes Vorstandmitglied im Unimog-Club Gaggenau und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Er verstarb am 15. April 2018

Heinz Schnepf und Manfred Florus im Prototyp U 5

Heinz Schnepf und Manfred Florus im Prototyp U 5

Unser ehemaliges Vorstandsmitglied und Ehrenmitglied Heinz Schnepf arbeitete seit seiner Lehre über 40 Jahre nur für den Unimog. Mit ihm war er in vielen europäischen Ländern, in Asien, Amerika und Afrika. Sein letztes großes Erlebnis war 1990 die Rallye Paris-Peking mit einem Unimog 1300 L mit 240 PS. In vier Wochen mussten 18.000 Kilometer teilweise unter erschwerten Bedingungen bewältigt werden. Nach langer schwerer Krankheit verstarb er leider viel zu früh am 11. November 2017.

Manfred Florus und Heinz Schnepf fehlen uns.

Roland Feix in Lateinamerika, 1977

Roland Feix 1977

Auch das Leben von Roland Feix wurde größtenteils vom Unimog bestimmt: Ein Unimog-Prospekt aus dem Jahr 1948 faszinierte ihn so sehr, dass er bereits im Juli 1949 bei der Maschinenfabrik Boehringer in Göppingen als Montagearbeiter in der Unimog-Halle anfing. Er montierte der „Nummer 23“ mit! Es wurden 44 Jahre, in denen er den Unimog auf unzähligen Messen präsentierte und auf Testfahrten und Vorführungen in Argentinien, Uruguay, Paraguay, Chile und Lateinamerika als Gebietsbeauftragter für Lateinamerika begleitete. Insbesondere für sein weiteres ehrenamtliches Engagement für den Unimog erhielt er im Januar 2018 den Bürgerpreis der Stadt Gaggenau.

 

Die ursprünglich auf den Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden angestrebte regionale Begrenzung konnte nicht aufrechterhalten werden. Schließlich wollten wir uns Unimog-Freunden aus weiter entfernten Regionen, die den Wunsch hatten, bei uns Mitglied zu werden, nicht verschließen.

Viele attraktive Angebote konnte der Club seit seinem Bestehen seinen Mitgliedern unterbreiten. So standen Fahrten nach Hohenheim, Mannheim und in die Ostschweiz auf dem Programm, ergänzt durch Einsatzdemonstrationen, Modellsammlertreffen, Filmabende, Werksbesichtigungen, Fahrerschulungen und Trials, Ausfahrten, Restaurierungskurse und Schraubertreffen zu speziellen Themen.

Die rasante Mitgliederentwicklung machte schon 1994 die Gründung von Regionalgruppen in Deutschland und im benachbarten Ausland erforderlich.

Das erste besondere Ereignis aber war 1995 die große Unimog-Sternfahrt nach Gaggenau anlässlich 100 Jahre Automobilbau in Gaggenau und 10 Jahre Unimog Veteranen Club. Mit dem Unimog Veteranen Club wurden von Anfang an gute persönliche Kontakte gepflegt, und so übernahm man gerne vor Ort die Organisation dieser Großveranstaltung. Viele große Jahrestreffen, beispielsweise im Offroad-Gelände in Aufenau bei Bad Orb, folgten.

Carl-Heinz Vogler 2007

Einen hohen Stellenwert für die Entscheidung vieler Mitglieder, im Club zu sein, hat unser vierteljährlich erscheinendes Magazin Unimog-Heft’l, Carl-Heinz Vogler hatte ich hierfür bei der Clubgründung gewinnen können und so entstanden in seiner Verantwortung bis Juni 2012 insgesamt 74 Ausgaben. Er hatte den Anspruch, dass jedes neue Exemplar etwas besser sein sollte als das vorherige. Auf diese Weise wurde unser Mitgliedermagazin in der Szene ein Musterbeispiel. Als besonderen Dank gestalteten ihm seine Mitstreiter eine persönliche Sonderausgabe im Zusammenhang mit seiner Ernennung zum Ehrenmitglied. Die Mitarbeit von Carl-Heinz Vogler im Unimog-Club ging aber immer wieder über das Heft’l hinaus. So verdanken wir ihm zahlreiche Initiativen – wie beispielsweise die Bertha-Benz-Fahrt 2003 mit Unimog.

Die Federführung beim Heft’l hatten in den Folgejahren Michael Endres, Michael Wessel und jetzt Axel Otersen.

Die Erfolgsstory um unser Clubmagazin Unimog-Heft’l finden Sie im gleichnamigen Reiter auf dieser Homepage.

 

 

Im Jahr 1997 erfolgte die Eintragung als „eingetragener Verein“ (e. V.) und die Niederbayerischen Unimog- und MB-trac-Freunde traten dem Unimog-Club Gaggenau bei.

Logo Niederbayern

Hans-Jürgen Wisschhof in seinem Unimog 411c

Hans-Jürgen Wischhof in seinem Unimog 411c

Bereits in meiner Festrede zum fünfjährigen Bestehen im Jahr 1998 in Steinmauern brachte ich die Idee eines Unimog-Museums ins Gespräch. Im damaligen Leiter des Produktbereichs Unimog, Hans-Jürgen Wischhof, fanden wir einen aktiven Unterstützer.

UCG-MB-Stern drehend

1999 wurde der UCG von Mercedes-Benz Classic in den Kreis der offiziell anerkannten Mercedes-Benz Markenclubs aufgenommen. Dies geschah in Anerkennung der langjährigen erfolgreichen Clubarbeit.

Seit 1999 kooperieren wir mit dem größten Unimog-Internet-Portal www.unimog-community.de.

2001 wurde in Gaggenau mit Unterstützung des UCG „50 Jahre Mercedes-Benz Unimog“ gefeiert. Über 500 Unimog-ler l50 Jahre Pinenkten ihr Fahrzeug zurück an den Entstehungsort. Schweren Herzens mussten die Gaggenauer bei dieser Gelegenheit auch akzeptieren, dass der Unimog-Bereich ab 2002 ins benachbarten Mercedes-Benz Werk Wörth verlagert wird. Aber es erwies sich, dass es die richtige Entscheidung war.

Nachdem damit feststand, dass der Unimog-Bereich von Gaggenau in das benachbarte Wörth verlagert wird, forderte uns Stefan Schwaab auf: „Jetzt oder nie!“. Eine Arbeitsgruppe mit den UCG-Vorstandmitgliedern Manfred Florus, Hans-Jürgen Schöpfer und Edwin Westermann wurde gegründet. Diese bewertete mehrere mögliche Standorte und favorisierte damals noch eine Erweiterung der bestehenden früheren Unimog-Schulung.

Die Verlagerung der Unimog-Produktion beflügelte die Vorstandsmitglieder, sodass das Projekt „Unimog-Museum“ daraufhin mit noch mehr Energie forciert wurde. Am 5. November 2002 wurde ein eigenständiger, gemeinnütziger „Unimog-Museums-Verein“ gegründet und UCG-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Schöpfer als erster Vorsitzender, Dieter Sellnau als Stellvertreter und Jürgen Hirth als Kassierer gewählt. Die Einweihung des Unimog-Museums fand am 3. Juni 2006 statt (mehr zur Entwicklung des Unimog-Museums unter www.unimog-museum.de)

Ein Highlight war die Anerkennung des UCG am 7. Juni 2005 als „gemeinnütziger Verein“ durch das Finanzamt Rastatt.

Aufgrund der ständig wachsenden Mitgliederzahl wurde 2008 eine Geschäftsstelle eingerichtet, um den Service für die Mitglieder zu erhöhen und den Vorstand zu entlasten.

Heinz Schnepf, Peter Rebsdat und Hans-Jürgen Schöpfer (v.l.)

Von der Club-Gründung im Mai 1993 bis zum November 2008 leitete ich als Vorsitzender die Geschicke des UCG. Nun wurde es Zeit, den Vorstand zu verjüngen. In der Mitgliederversammlung 2008 wurde Michael Schnepf (seit der Gründung Schriftführer) zu meinem Nachfolger gewählt. Stellvertreter war weiterhin Peter Rebsdat sowie neu Hans-Jürgen Schöpfer. Meine Vorstandskollegen der ersten Stunde Roland Feix, Heinz Schnepf und Manfred Florus wurden zu UCG-Ehrenmitgliedern, mir wurde der Titel Ehrenvorsitzender zuteil.

Auch unter der neuen Clubleitung wuchs der Club weiter. So zählten wir beispielsweise im April 2009 insgesamt 27 Regionalgruppen in Deutschland (darunter seit 1995 der eigenständige Verein „Unimog- und MB-trac-Freunde Niederbayern) und dem benachbarten Ausland (darunter ebenfalls seit 1995 der rechtlich eigenständige Unimog-Club Schweiz/Liechtenstein). Hinzu kamen Ansprechpartner in fünf weiteren Ländern. Auch die Teilnehmerzahl an den Jahrestreffen – längst nicht nur in Deutschland – stieg kontinuierlich und erforderte einen hohen und beispielhaften personellen Aufwand.

2010 erhielten wir dank einer Mitgliederbefragung viele Anregungen für die weitere Ausrichtung unseres Clubs.

Die Zusammenarbeit mit dem Unimog-Bereich des Mercedes-Benz Werkes in Wörth wurde weiter intensiviert und so organisierte 2011 der Unimog-Club Gaggenau zum Fest „60 Jahre Mercedes-Benz Unimog“ unter anderem eine Sternfahrt mit 60 ausgesuchten Unimog vom Werk Gaggenau zum Werk Wörth.

2013 wurden Edwin Westermann nach 20 Jahren Vorstandsarbeit und als einer der Männer der ersten Stunde und Hans-Jürgen Schöpfer nach 15 Jahren Vorstandsarbeit bei ihrem Ausscheiden aus dem Amt zu weiteren Ehrenmitgliedern ernannt. Edwin Westermann war als „Wirtschaftsminister“ Organisator vieler Veranstaltungen, darunter der jährliche Teilemarkt, der sich wachsender Beliebtheit erfreut. Hans-Jürgen Schöpfer war viele Jahre im erweiterten Vorstand und seit 2008 stellvertretender Vorsitzender mit dem Schwerpunkt in der Beratung bei rechtlichen und organisatorischen Fragen. Einen großen Verdienst hat er sich ganz im Verborgenen in unzähligen Stunden beim Aufbau des Clubarchivs erworben. In der Clubszene gilt er zudem als Experte für Unimog-Modelle.

Ebenfalls 2013 wurde der frühere Leiter des Produktbereichs Unimog, Hans-Jürgen Wischhof, für seine Verdienste um den Unimog-Club Gaggenau zum Ehrenmitglied ernannt.

Am 5. Mai 2014 wurde das UCG-Logo vom Deutschen Patent- und Markenamt als Wort-/Bildmarke registriert.

Wie bereits 1995 der Verein „Unimog-Club Schweiz/Liechtenstein“ kam 2016 mit dem Unimog-Club Italia eine weitere rechtlich selbständige ausländische Regionalgruppe hinzu.

LogoLogo UCG Italia

In der Mitgliederversammlung 2016 wurde der „Kassier der ersten Stunde“, Hans-Karl Westermann verabschiedet und zum Ehrenmitglied ernannt. Es gab erstmals in der Clubgeschichte eine tatsächliche Wahl, denn für das Amt des ersten Vorsitzenden kandidierte außer Michael Schnepf auch René Dusseldorp. Neben einer Reihe weiterer Entscheidungen wurde die Wiederwahl des Amtsinhabers wegen angeblicher Verfahrensfehler von einem Mitglied angefochten. In einem Vergleich bot Michael Schnepf an, sein Amt nur noch bis zur Mitgliederversammlung 2017 zu bekleiden. Die weiteren Punkte wurden vom Gericht zu Lasten des Klägers entschieden.

In der Folge traten die weiteren Vorstandsmitglieder und die meisten Beisitzer anlässlich einer dafür einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung im Oktober 2017 zurück. Dies führte zur Wahl des amtierenden Vorstands (siehe HOME).

Unvergessliche Höhepunkte anlässlich 25 Jahre Unimog-Club Gaggenau e. V. waren am 18. Mai 2018 der Festakt im Unimog-Museum und vom 15. bis 17. Juni  das große Jubiläumsfest auf der Festmeile vom Kurpark Bad Rotenfels bis hin zum Museum. Beide Anlässe und das Clubgeschehen der zurückliegenden Jahre wurden ausführlich in einem UNIMOG Heft’l 100 von Ehrenmitglied Hans-Jürgen Wischhof vorgestellt.

Michael Wessel

Ehrenvorsitzender des Unimog-Club Gaggenau

Oktober 2018